Thomas Zehetmair
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[…] dieses Konzert des BBC National Orchestra of Wales war mitreißend und erhebend, was nicht zuletzt der schlanken, drahtigen Gestalt des österreichischen Dirigenten auf dem Podium, Thomas Zehetmair, zu verdanken war. Er gestaltete die beiden Werke so, dass ein maximaler Kontrast zwischen ihnen entstand, als würden wir vom Dunkeln ins Licht übergehen.
Thomas Zehetmair genießt als Dirigent, Geiger, sowie in Doppelfunktion weltweit größtes Ansehen. Er ist Chefdirigent des Orchestre National Auvergne Rhône-Alpes und seine Chefposition beim Stuttgarter Kammerorchester ist bis Sommer 29 verlängert.
Besondere Inspiration erhielt er als Solist durch die Zusammenarbeit mit Nikolaus Harnoncourt, Frans Brüggen, David Zinman, Daniel Barenboim, Sir Simon Rattle und Paavo Järvi. Als Dirigent gastierte er u.a. beim London Philharmonic Orchestra, Hallé Orchestra, Scottish Chamber Orchestra, Seattle Symphony, Detroit Symphony, Seoul Philharmonic Orchestra, Swedish Chamber Orchestra, Rotterdam Philharmonic, Budapest Festival Orchestra, Hamburger Philharmoniker, den Sinfonieorchestern des MDR und SWR, dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, Mozarteumorchester Salzburg und Orquesta Sinfónica de Castilla y León. Er war Chefdirigent beim Orchestre de Chambre de Paris, dem Musikkollegium Winterthur und Irish Chamber Orchestra sowie Artistic partner des St. Paul Chamber Orchestra. Zehetmair stand der Royal Northern Sinfonia vor und ist ihr als Conductor laureate weiterhin eng verbunden.
Thomas Zehetmairs Diskografie als Violinist und Kammermusiker aber auch als Dirigent ist umfang- und facettenreich. Seine Einspielung der 24 Paganini-Capricen landete auf der Bestenliste des Preises der deutschen Schallplattenkritik und erhielt den Midem Classic Award. Mit einem Gramophone Award wurden sowohl seine Einspielung von Elgars Violinkonzert mit Sir Mark Endler als auch die Szymanowski Konzerte mit Sir Simon Rattle ausgezeichnet. Das von Thomas Zehetmair gegründete Zehetmair Quartett bekam für die Aufnahme der Quartette von R. Schumann neben vier weiteren internationalen Preisen den Gramophone Award of the Year. Des Weiteren wurde es 2014 für dessen herausragende musikalische Leistungen mit dem Paul-Hindemith-Preis der Stadt Hanau ausgezeichnet.
Seine Aufnahme von Bachs 6 Sonaten und Partiten, die er mit Barockvioline einspielte, erhielt den OPUS KLASSIK und wurde 2019 von der New York Times in die "The 25 Best Classical Music Tracks" und von der ZEIT zu einer der 6 Empfehlungen des Jahres gewählt. Zu den kürzlich erschienenen Aufnahmen zählen Sinfonien von Haydn mit dem Orchestre National Auvergne Rhône-Alpes sowie Werke von Schönberg, Bartók, Beethoven, Brahms und Mozart mit dem Stuttgarter Kammerorchester. Die Gesamteinspielung (und Aufführung) aller Beethoven Sinfonien mit dem Stuttgarter Kammerorchester ist in Arbeit.
In den letzten Jahren entwickelte Zehetmair zunehmend eine Leidenschaft für das Komponieren. Zu nennen sind hier insbesondere sein Rondo für Violine und Violoncello, Passacaglia, Burleske und Meditation für Streichtrio (oder für Streichorchester) oder seine Variations over a mediaeval theme für Viola solo. Daneben gibt es auch Bearbeitungen und Fertigstellungen von Thomas Zehetmair, wie bspw. seine Rekonstruktion des ersten Satzes des Fragments von Mozarts Sinfonia Concertante A-Dur KV 320e, die für Decca mit dem Orchestre National Auvergne Rhône-Alpes eingespielt wurde, oder seine 2. Violinstimme für Prokofjews Solo Sonate, die er für Quartz aufnahm. Sein Doppelkonzert für Viola, Violoncello und Streicher wurde im November 2025 uraufgeführt. Alle Werke werden bei Schott verlegt.
Zu den Höhepunkten dieser Saison zählen Tourneen mit dem Orchestre National Auvergne Rhône-Alpes und dem Stuttgarter Kammerorchester, sein regelmäßiger Auftritt bei der Royal Northern Sinfonia mit einem Mozart-Programm, Konzerte mit dem Staatsorchester Hannover sowie die Fortsetzung seiner Zusammenarbeit im Duo mit Pierre-Laurent Aimard.
Für seine vielfältige künstlerische Tätigkeit erhielt Thomas Zehetmair u.a. die Ehrenurkunde des Preises der Deutschen Schallplattenkritik und ist Ehrendoktor der Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar und der Newcastle University.