Künstlersekretariat - Astrid Schoerke

Isabelle van Keulen Ensemble

Welche Musik spielt eine Weltstar-Geigerin wie Isabelle van Keulen nach Feierabend? Die Antwort: Tango Nuevo von Astor Piazzolla. Schon als Kind hatte sie sich in den ursprünglich anmutenden Kunsttango des großen Argentinischen Komponisten verliebt, als ihr ihre Mutter in den siebziger Jahren, lange bevor Piazzolla in Europa in Mode kam, eine Schallplatte mit seinen Tangos schenkte, die dann im Kinderzimmer rauf und runter lief. Zunächst widmete sie sich jedoch der abendländischen klassischen Musik mit all ihrer Technik, Akkuratesse, Klangvorstellung, ihren Regeln und Vorschriften. Sie studierte, machte Weltkarriere und ist heute eine der gefragtesten Solistinnen auf Violine und Viola. Doch die heimliche Leidenschaft blieb und als sich die Gelegenheit bot, griff sie zu. Es war 2011, als sie mit ihren Partnern Ulrike Payer (Klavier), Christian Gerber (Bandoneon) und ihrem Mann Rüdiger Ludwig (Kontrabass) ein Konzertprogramm entwerfen sollte und Piazzollas Musik vorschlug. Aus dem Vorschlag wurde ein Programm, aus dem Programm ein Konzert und aus dem Konzert ein Mitschnitt, von dem ihr niederländisches Label Challenge Records auf Anhieb so begeistert war, dass bereits 2013 eine erste CD-Aufnahme mit dem neugegründeten Ensemble und Piazzollas Musik entstand. Inzwischen steckt bereits die dritte CD in den Startlöchern und wird im Frühjar 2018 ebenfalls bei Challenge Records veröffentlicht.

Was ist es, das diese Musik für Isabelle van Keulen so besonders macht? Es ist eine ungeschminkte, zutiefst ehrliche Musik, „nicht verpackt und mit Schleifen dekoriert, sondern roh, voller Emotionen.“ sagt die Geigerin. Spieltechnisch bietet sich hier die Möglichkeit, aus dem klassischen Rahmen und Regelwerk auszubrechen und „nach ganz anderen, viel raueren Klangfarben und freieren Rhythmen zu suchen.“

Nach seiner Kindheit in Buenos Aires und New York, wo der junge und Musik begeisterte Astor sowohl den klassischen Tango Argentino als auch den Jazz und die Musik Bachs kennen und lieben lernte, war es eine Begegnung mit Arthur Rubinstein, die in ihm den Wunsch zu komponieren weckte. Er lernte, er studierte, er probierte, doch es brauchte noch etliche Jahre, eine lange Reise nach Paris zu Nadja Boulanger und den Mut, zu seinem Südamerikanischen musikalischen Erbe zu stehen, bevor Astor Piazzolla schließlich in den 50-iger Jahren zu seinem unverkennbaren Stil des Tango Nuevo fand. In Argentinien hatte der Tango sehr lange einen schlechten Ruf, vor allem bei der Oberschicht. Die Berufsbezeichnung Tangomusiker war ein schmutziges Wort in Argentinien zu Piazzollas Jugendzeiten. Doch seine Musik, die Verbindung der traditionellen Tangoharmonien und der melancholischen Grundstimmung mit Techniken aus dem Jazz und der klassischen Musik des 20. Jahrhunderts nach Strawinsky und Bartok machte daraus eine neue Kunstform. Formal benutze Piazzolla oft die barocke Suite oder Toccata und Fuge nach Bach, was aus der ursprünglichen Tanzmusik eine Musik in erster Linie zum Zuhören machte.

 

Christian Gerber verschrieb sich früh dem Argentinischen Tango und dem Tango Nuevo und studierte das klassische Tango-Istrument Bandoneon an der Hochschule für Musik “Hanns Eisler“ in Berlin. Er gastiert regelmäßig in ganz Europa und teilte die Bühne bereits mit zahlreichen Größen des Tangos wie Alberto Podestá, Juan José Mosalini, Alfredo Marcucci,

Raul Garello, Luis Stazo u.a. Zahlreiche Projekte und Konzerte mit zeitgenössischer Musik, Film- und Theatermusik (z.B. am Deutschen Theater, Schaubühne Berlin, Hamburger Schauspielhaus) runden seine musikalische Tätigkeit ab. Seit 2003 spielt er außerdem gemeinsam mit der Gruppe „Tangocrash“ („Preis der Deutschen Schallplattenkritik 2008“) und ist Teil der Gruppe „Stazo Mayor“ um Grammy Preisträger Luis Stazo.

Ulrike Payer kam erstmals 1998 durch die Zusammenarbeit mit dem großen Bandoneonisten Alfredo Marcucci mit Piazzollas Musik in Kontakt und konnte nicht mehr davon ablassen. Neben ihrer solistischen und kammermusikalischen Karriere setzte sie sich intensiv mit dem Genre auseinander. In der Folge trat sie mit zahlreichen prominenten argentinischen Musikern wie Cholo Montironi, Norberto Bondino, Carlos Buono, Quique Sinesi und dem Sexteto Mayor auf.

Rüdiger Ludwig stammt aus Mainz und studierte Kontrabass bei Prof. Günter Klaus an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main. Nach Anstellungen am Staatstheaters in Mainz und dem Sinfonieorchester des Saarländischen Rundfunks erspielte er sich 1995 die Stelle des stellvertretender Solo-Kontrabassist der NDR Radiophilharmonie Hannover. Er ist gern gesehener Gast in der Hamburgischen Staatsoper, dem WDR Sinfonieorchester Köln, dem HR-Sinfonieorchester Frankfurt, dem Luzern-Festivalorchester und dem Norwegian Chamber Orchstra.

Was nicht immer gelingt, wenn klassisch ausgebildete Musiker Piazzollas Werke interpretieren, gelingt beim Isabelle van Keulen Ensemble doch: „nicht nur [ist] das Zusammenspiel tadellos, sondern – was noch viel wichtiger ist – die Musiker treffen auch den spezifischen, herben Tonfall der Musik.“ schreibt www.klassik.com über die 2013 entstandene CD des Ensembles.
 

Saison 2017/2018
Ä
nderungen bzw. Kürzungen bedürfen der Abstimmung mit dem Künstlersekretariat Schoerke.

 

 

 

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Isabelle van Keulen Ensemble – Tango Nuevo

20. Oktober 2017

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